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Queeres·Chaos·Kollektiv

Schlagwort: Aktionen

Wir suchen Unterstützung!

Hallo queeres Innsbruck! Hallo Allies! Hallo Interessierte! 

Wir sind das Queere Chaos Kollektiv – eine Gruppe von queeren Menschen und Allies, die Innsbruck queerer und offener machen wollen. Und wie? Wir machen Veranstaltungen, Kundgebungen / Demos, Peerberatung, vernetzen uns mit anderen Organisationen, klären auf und zeigen Präsenz.

All das mit den Grundsätzen: 

  • Sinnvoll: wir tun Dinge nur dann, wenn sie auch einen Sinn haben und unsere Ziele voranbringen, und nicht aus reiner Verpflichtung heraus  
  • Machbar: wir schauen auf unsere Ressourcen und Kapazitäten und überfordern einander nicht 
  • Kooperativ: wir arbeiten zusammen, unterstützen einander und bringen unsere individuellen Fähigkeiten ein
  • Inklusiv: es sind alle willkommen, es gibt keinen Outing-Zwang, eine Vielfalt von Stimmen soll gehört werden 

Seit unserer Gründung im August 2022 ist viel passiert. Wir haben zahlreiche Events veranstaltet, unter anderem in der Trans Awareness Week und am Trans Day of Visibility, sowie den Poly-Stammtisch. Wir haben viele Kundgebungen gemacht, Redebeiträge gehalten, uns mit anderen Organisationen und Kultureinrichtungen vernetzt und viel Raum für die Community in Innsbruck erschlossen.  

Aber: all das geht nur, weil wir viele engagierte Menschen sind, die sich einbringen! 

Nach fast einem Jahr hat es ein wenig Wechsel gegeben, manche von uns sind umgezogen, andere haben mit der Uni zu tun, … es sind auch einige Leute dazugekommen, was uns riesig freut! 

Aber wenn es so weitergehen soll, dann brauchen wir noch mehr Menschen, die mitmachen und sich einbringen. Jede einzelne Aktion oder Veranstaltung, die wir machen, braucht Menschen die sich um alles von Social Media bis hin zu Einkauf, Planung und Durchführung kümmern. Da steckt viel Arbeit dahinter. Doch je mehr wir sind, desto weniger Arbeit ist es für jede*n Einzelne*n und desto mehr Spaß haben wir miteinander.  

Klingt das spannend für dich? Dann lies weiter oder schreib uns direkt eine Nachricht, wir freuen uns auf dich 😊 

Q&A: 

Wie ist das Kollektiv aufgebaut? Wie kann ich da dabei sein?  

Im Kollektiv gibt es drei verschiedene „Arten”, Mitglied zu sein. Diese sind nicht fixiert, du kannst also jederzeit zwischen den verschiedenen Arten wechseln, wenn sich deine Lebensumstände ändern. Alle Leute, die gerne zu unseren Veranstaltungen kommen und sich bei uns wohl fühlen, können Teil des Kollektivs sein. Wir haben eine WhatsApp Gruppe, in der Informationen zu Veranstaltungen gepostet werden und einen Discord Server, in dem diskutiert, vernetzt und gemeinsam Spaß gehabt wird. Wenn du da dabei sein willst, schreib uns auf Instagram oder komm zu einem Event! 

Wenn du Lust hast, dich fallweise oder dauerhaft in der Organisation einzubringen, dann gibt es dafür das OrgaTeam. Ins OrgaTeam kann jede Person aus dem Kollektiv, die sich dafür interessiert. Dafür meldest du dich bei uns auf dem Discord.  

Entscheidungen getroffen und längerfristig geplant wird im Plenum. Ins Plenum kommst du über ein Vouching-System – das heißt, wenn du bereits Leute aus dem Plenum kennst, kannst du anfragen, ob du dabei sein kannst, und das Plenum entscheidet dann gemeinsam über die Aufnahme. Das klingt vielleicht ein bisschen scary – ist es aber nicht! Dabei geht es nur darum, dass keine toxischen Personen ins Plenum kommen, also keine Sorge…  

Egal in welchem Ausmaß du dabei sein willst, wir freuen uns 😊  

Was ist der Verein zur Förderung queeren Lebens? 

Einige von uns haben im März einen Verein gegründet, damit wir Finanzen verwalten können und rechtlich abgesichert sind. Dieser läuft hauptsächlich im Hintergrund. Natürlich kannst du auch da Mitglied werden, wenn du im Kollektiv bist – aber bisher passiert da nicht so viel 😉 das meiste Interessante ist im Kollektiv.  

Was bringt es mir, im Kollektiv zu sein? 

Ganz viel! Wir sind gut in der queeren Community in Innsbruck, Tirol und teils Österreich vernetzt. Als ein großes Zeil haben wir vor, Räume für die Community zu erschließen und ein solides Netzwerk zur Verfügung zu stellen, damit queere Menschen und Allies Unterstützung, Freundschaft, Kontakte und Ansprache finden. Wir freuen uns immer, neue Leute kennenzulernen und schauen gut aufeinander. Außerdem bringen viele von uns verschiedene Fähigkeiten und Erfahrungswerte mit und teilen Wissen miteinander! Ob Beratung, Social Media, Schreiben, Kreatives, Eventorganisation, Aktivismus, … wir können viel voneinander lernen, und wir fördern den Wissensaustausch innerhalb des Kollektivs sehr.  

Wenn ich einmal mithelfe, muss ich das dann immer machen?  

Nein, natürlich nicht! Alles läuft bei uns auf freiwilliger Basis. Es gibt bei uns themenbezogene Teams und veranstaltungsbezogene Arbeitsgruppen.
Z.B. ist das Social Media Team für unseren Instagram-Auftritt zuständig, das Blogbeiträge Team für die Beiträge auf der Website und das Design Team für Grafiken und Ähnliches. Bei einem Team dabei sein bedeutet nur, gefragt zu werden, wenn es Aufgaben für die Teams gibt.
Zusätzlich ist es immer möglich, sich für einzelne Aufgaben bei Events zu melden z.B. kann mensch sich melden, beim nächsten Spaßtreffen Decken & Becher mitzubringen, oder einen Aufruftext für eine Kundgebung zu schreiben. Wir helfen auch immer gerne, wenn Leute etwas Neues ausprobieren wollen, damit niemand mit Aufgaben alleine gelassen wird. Wie viel du machen möchtest, ist dir überlassen; du kannst dich für jede Aufgabe freiwillig melden und wirst zu nichts gezwungen, was du nicht machen möchtest. Wir erwarten lediglich, dass rechtzeitig Bescheid gesagt wird, wenn eine Aufgabe doch nicht gemacht werden kann, damit es jemand anderes übernehmen kann.  

Wie finde ich mich ein? Was, wenn ich nicht verstehe, wie etwas funktioniert oder einen Post übersehe?  

Kein Problem! Wir haben Dokumentation und Verläufe, in die du dich einlesen kannst. Wenn dir das lieber ist, kannst du dich auch einfach bei einem Spaßtreffen mit uns unterhalten und Fragen stellen. Es ist auch möglich, einfach im Discord zu fragen, ob jemand Zeit für dich hat und dir persönlich eine Einführung geben kann. Es gibt keine dummen Fragen! 

Ich habe X Identität / ich bin Ally / ich bin noch neu in der Community / in Innsbruck – darf ich dabei sein?  

JA! Bei uns sind alle willkommen, die sich in der Community zuhause fühlen (wollen) oder für queere Rechte einstehen. Egal, wie du dich selbst identifizierst oder ob du noch neu bist. Gerade dann freuen wir uns, wenn du dazukommst! Wir sind gegen Zwangsouting oder Identitäts-Policing. Bei uns steht Respekt füreinander an erster Stelle, alles andere ist deine Sache! 

Ihr scheint wenig PoC in eurer Gruppe zu haben, bin ich trotzdem willkommen? Wie geht ihr mit Rassismus um?  

Es stimmt, dass wir bisher primär weiße Menschen / ohne Migrationshintergrund sind. Wir möchten das aber gerne ändern. Rassismus, wie jede andere Diskriminierungsform, ist bei uns ein No-Go, und wir arbeiten stets an uns, um einen Raum zu kreieren, der für ALLE offen ist. Wir freuen uns sehr über jede neue Perspektive, die ins Kollektiv kommt. Zögere nicht, uns zu kontaktieren – wir nehmen alle Sorgen und Ängste zu dem Thema ernst und wollen uns verbessern und unsere Vielfalt im Kollektiv erweitern.  

Ich bin richtig motiviert und will sofort anfangen – wie mach ich das? Und was steht aktuell an? 

Schreib uns direkt auf unserer Email oder Instagram, dann können wir dich aufnehmen und loslegen! Es gibt immer was zu tun. 😊  

Im Moment planen wir einen Vortrag an der Uni, Infostände bei der SoHo-Kundgebung und dem Fest der Vielfalt, Beteiligung beim CSD, Spaßtreffen, den Poly-Stammtisch, die zweite Runde der Queer Games und die Trans Awareness Week im November. Vor allem unser Social Media Team und die Veranstaltungsorganisator*innen suchen dringend Leute, die mitmachen.

Wir freuen uns auf euch! 

Trans Day of Visibility

Foto von Martin Kink

Am 31.03.2023 war der Trans Day of Visibility, ein Anlass um transgender, inter* und nicht-binäre Personen sichtbar zu machen und sich solidarisch zu zeigen. Das Queere Chaos Kollektiv hat dafür, unterstützt durch ArchFem, eine Kundgebung vor dem Landesmuseum gehalten, bei der Infomaterial zur Verfügung stand und durch Redebeiträge, Spoken Word, Slam Poetry und Gesang für die Sichtbarkeit und Rechte der trans Community eingestanden wurde. Es wurden ähnlich denkende politische Organisationen eingeladen, von denen die SOHO und die VSStÖ sich mit Redebeiträgen beteiligten. Die Kundgebung wurde teils live übertragen und zählt über den Nachmittag ca. 40 anwesende Personen.

Zeitgleich war in Kooperation mit dem Landesmuseum eine Ausstellung mit Kunst von trans* Künstler*innen zu sehen, die noch für einige Wochen im Landesmuseum zu betrachten ist. Ebenso stellte die Stadtbibliothek Innsbruck im Rahmen einer Kooperation Bücher von trans Autor*innen für den ersten Tag der Ausstellung zur Verfügung.

In der Trans Awareness Week im November plant das Queere Chaos Kollektiv eine weitere Ausstellung in Innsbruck. Mit diesen Aktionen soll erreicht werden, dass trans Personen sichtbarer werden, die rechtliche Situation in Österreich vor allem um die medizinische Versorgung und die rechtliche Anerkennung verbessert wird und Diskriminierung von und Übergriffe gegen trans* Personen abnehmen.

All-Gender Toiletten

Statement zur aktuellen Debatte um genderneutrale Toiletten an der Uni Innsbruck

Wie viele von euch bestimmt schon mitbekommen haben, hat es in den letzten Tagen eine Aktion von unbekannten Personen gegeben, die genderneutrale Beschilderung an Universitätstoiletten angebracht haben. Auf Social Media wurden Bilder von diesen Schildern gepostet, woraufhin die Uni Innsbruck dazu Stellung bezogen hat. Hier findet ihr diese Stellungnahme, um euch selbst ein Bild zu machen. Viele Personen haben diesen Anlass genutzt, um negative Aussagen über trans und nicht-binäre Personen zu tätigen.

Genderneutrale Beschilderung an einer Universitätstoilette

Wir wollen uns der Debatte nicht anschließen, sondern in unserem Statement auf das eigentliche Thema zurückkommen und betonen, weswegen geschlechtsneutrale Toiletten notwendig und sinnvoll sind. Der Gang auf die Toilette sollte für alle Menschen unkompliziert, in einem angemessenen Zeitfenster möglich und vor allem sicher sein. Trans, nicht-binäre und inter* Personen sowie Menschen, die nicht eindeutig feminin bzw. maskulin aussehen werden jedoch häufig verbal beschimpft und Opfer von Übergriffen, wenn sie eine der binär betitelten Toiletten benutzen.
Um allen Menschen also ein sicheres WC zu gewähren, sollte es ausreichend Optionen für alle geben. Es ist die erste und wichtigste Priorität, allen Menschen, unabhängig vom Geschlecht, den sicheren und unkomplizierten Gang zur Toilette zu ermöglichen. Ausreichend geschlechtsneutrale Toiletten sind der einfachste Weg, dies umzusetzen. Dass dies auch möglich ist, zeigt beispielsweise die Universität in Wien, die bis dato 22 All-Gender Toiletten an ihren Standorten eingeführt hat (hier die Infos dazu). Außerdem findet ihr hier einen Leitfaden der ÖH, der das Thema näher aufschlüsselt.

Unsere Forderung

Öffentliche Toiletten sind Voraussetzung, um in öffentlichen Räumen teilnehmen zu können. Ein Mangel daran bedeutet die Verdrängung aus dem öffentlichen Raum. Diesen Mangel auszugleichen ist ein kleiner Schritt, der schnell und unkompliziert durchgeführt werden kann und das Leben vieler Menschen stark vereinfacht.
An der Universität Innsbruck sind bisher 4 Toiletten offiziell geschlechtsneutral beschildert. Insgesamt gibt es jedoch 16 Gebäude mit 200 Toiletten. Das reicht nicht annähernd aus! Wir fordern deswegen: ausreichend All-Gender Toiletten, um den Gang zum WC für alle einfach und sicher zu machen.

Trans Day of Remembrance 2022

Vier Banner und eine Flagge von vielen Kerzen umringt auf dem Straßenboden. Die Flagge ist eine Regenbogenflagge mit einem Pfeil nach rechts aus schwarzen, braunen, weißen, blauen und pinken Streifen sowie der inter* Flagge im Pfeil. Die Banner zeigen von links nach rechts: "Give Us Roses While We're Still Here" mit gemalten Rosen; "No Pride For Some Of Us Without Liberation For Some Of Us" mit der Regenbogen- Trans- Inter*- und Nichtbinär-Flagge; "Queeres Chaos Kollektiv est. 2022" auf einem Regenbogen als Kreis arrangiert; "Trans Liberation Now" mit Trans-Flagge und dem A in Trans als Anarchie-Symbol.

Der Trans Day of Remembrance findet seit 1999 immer am 20. November statt, um trans und genderdiversen Menschen zu gedenken, welche im vergangenen Jahr durch transfeindliche Gewalt ums Leben gekommen sind.

Das Queere Chaos Kollektiv organisierte anlässlich dieses Gedenktages eine Kundgebung und wurde von dem Feministischen Aktions Kollektiv und ArchFem tatkräftig unterstützt.

Es gab zahlreiche berührende Redebeiträge, unter anderem von Ronja vom QCK, Dora Sellner von der SOHO Tirol und dem QCK, einem Menschen von den IWW sowie anderen trans Menschen und Allies. Wir haben über Queer Rage, Trauer, Wut, Verlust, Gewalt gesprochen – jedoch waren Queer Joy, Gemeinschaft, Unterstützung, Liebe und Zusammenhalt ebenso stark, wenn nicht noch stärker, vertreten.

Es wurden 390 Namen von getöteten und verstorbenen trans und genderdiversen Personen verlesen. Besonders die Intersektion von Rassismus und Transfeindlichkeit ist hier hervorzuheben – ein Großteil der Verstorbenen waren transfeminine Personen und BIPOC, es liegt noch viel Arbeit vor uns.
Ca. 50 Personen waren anwesend, haben Solidarität gezeigt und sind als Gemeinschaft zusammengekommen. Es ist uns als Queeres Chaos Kollektiv besonders wichtig, die queere Community in Innsbruck sichtbar zu machen und zu vereinen. Wer Unterstützung oder Anschluss sucht, kann uns gerne auf Instagram oder per Mail kontaktieren.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal sehr für die Unterstützung aller Organisationen und Einzelpersonen, sowohl in der Trans Awareness Week als auch am Trans Day of Remembrance. Gemeinsam sind wir am Lautesten, Stärksten und Schönsten!

Danke an das Greenoffice LFU, die VSSTÖ, das Café Weli, das Café Lotta und Lotta Kollektiv, die Bäckerei, ArchFem und jede einzelne Person, die etwas beigetragen hat oder einfach nur dabei war – bis zum nächsten Mal!

Aus gegebenem Anlass möchten wir hier noch auf den Fundraiser für die Opfer des Shootings in Colorado verweisen.

Trans Awareness Week

Wir haben im August 2022 das Queere Chaos Kollektiv mit dem Ziel gegründet, Aktivismus und queeres Leben zugänglich, offen für alle, und präsent in Innsbruck und Tirol zu machen. Ein besonderes Anliegen war uns dabei auch, trans Personen und Lebensweisen zu zentrieren. 

Deswegen war eine der ersten Aktionen, die wir zu planen begonnen haben, die Trans Awareness Week in Innsbruck. Angelehnt an den Prager Pride wollten wir zusätzlich zur Kundgebung am Trans Day of Remembrance auch für die Trans Awareness Week Veranstaltungen planen, die sowohl der Information als auch Unterhaltung dienen. Dazu war unser Ziel, mit anderen Lokalen und Organisationen zu kooperieren, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Wir freuen uns, gemeinsam mit Greenoffice der LFU, Transgender Ambulanz Innsbruck, Weli, VSSTÖ, Renner Institut Tirol, Café Lotta, Fear the Queer und Die Bäckerei folgendes Programm vorstellen zu dürfen:

Es gibt Angebote für trans Menschen selbst, für Allies, für die, die es werden wollen, und für die, denen das ganze Thema noch neu ist. Mit den Veranstaltungen wollen wir Bewusstsein für trans Menschen und Lebensweisen schaffen, über den Themenbereich Trans aufklären, Einblicke in queeres Leben und queere Perspektiven geben, und Menschen die Chance eröffnen, Fragen zu stellen und sich einzubringen.

Wir möchten die Gelegenheit außerdem nutzen, unsere Anliegen und Forderungen an die Gesellschaft und die Politik anzubringen!

Trans Personen gab und gibt es schon immer, wir sind ein wertvoller und perspektivenreicher Teil der Gesellschaft, und dem Normdenken seit jeher ein Dorn im Auge. Trotz zunehmender Sichtbarkeit im öffentlichen Diskurs mangelt es noch immer an Strukturen, die für unseren Schutz, unsere Teilhabe, unsere Gesundheit und unsere Lebensqualität sorgen. Um sicherzustellen, dass jede trans Person in Österreich die Rechte und Anerkennung hat, die er*sie braucht, fordern wir: 

Politische Selbstbestimmung durch eine Reform des Personenstands- und Namensrechts und Öffnung des dritten Geschlechtseintrags

Die Änderung des Geschlechtseintrags soll unbürokratisch und vor allem depathologisiert werden. Es sollen keine teuren und invasiven Gutachten notwendig sein, sondern der Personenstand über eine persönliche Erklärung geändert werden. Außerdem soll der dritte Geschlechtseintrag für alle zugänglich sein, ob inter*, nicht-binär, trans, oder sonstig identifiziert. Wir fordern auch ein Ende für die veraltete Klausel, dass Vornamen dem Geschlecht angepasst sein müssen. 

Schaffung eines Ergänzungsausweises ähnlich des deutschen DGTI-Ausweises in Österreich

Die DGTI ermöglicht in Deutschland einen Ergänzungsausweis, auf dem das tatsächliche Geschlecht und der gewählte Name auch vor der offiziellen Personenstandsänderung aufscheinen. Ein solcher Ausweis beinhaltet z.B. die Reisepassnummer und kann als zusätzliches Identifikationsdokument benutzt werden, um Misgendern, Diskriminierung und Schwierigkeiten durch Diskrepanzen zwischen Erscheinungsbild und Geschlechtseintrag zu vermeiden. Wir fordern, dass ein solches Dokument auch in Österreich ermöglicht wird!

Ausweitung der medizinischen Versorgung für trans Personen und übergreifende Schulung der betreffenden Berufsgruppen

Wir benötigen dringend mehr geschultes Gesundheitspersonal, um die Versorgung von trans Tiroler*innen zu gewährleisten. Aktuell sind die Wartezeiten an der Transgender Ambulanz und bei Courage viel zu lang; zudem gibt es wenig niedergelassene Mediziner*innen, die das notwendige Wissen über trans Personen haben, um uns bei der Transition und im Alltag adäquat begleiten zu können. Wir fordern deswegen höhere Budgets für trans Versorgung und verpflichtende Schulungen zu trans Menschen für Mediziner*innen, vor allem Psychiater*innen, Therapeut*innen und Allgemeinärzt*innen. 

Sexualkunde
Immer mehr junge Menschen entdecken durch TikTok und andere Social Media Plattformen ihre eigenen queeren Identitäten. Wir beobachten, dass junge Menschen offener werden und mehr Möglichkeiten haben, sich auszudrücken. Um das zu reflektieren, ist es unabdingbar, trans und queere Existenz sowie die jeweiligen Bedürfnisse im Sexualkundeunterricht zu behandeln. Es darf nicht sein, dass queere Jugendliche auf eigene Faust nach Informationen über ihre sexuelle Gesundheit suchen müssen – vor allem, wenn die Norm sehr eng gehalten ist und damit auf eine geringe Menge an Menschen vollständig zutrifft. Umfassenden Sexualkundeunterricht für alle – jetzt!

Statistiken zu transfeindlicher Gewalt und Diskriminierung

Um zu visualisieren, wie unsere Situation in Österreich tatsächlich aussieht, fehlen oft Statistiken und Erhebungen. Wir fordern deswegen, dass trans und queere Menschen in demografische Statistiken explizit aufgenommen werden, vor allem, wenn es um Gewalt und Diskriminierung geht. Schluss mit der Unsichtbarkeit!


Natürlich sind das nicht alle Themen, die trans Leben betreffen – doch es sind die Anliegen, die für uns aktuell am drängendsten sind. 

Wir hoffen, dass du in der Trans Awareness Week, am Trans Day of Remembrance und im Alltag mit uns für Trans Akzeptanz einstehst und uns unterstützt. Wir danken dir dafür sehr herzlich und freuen uns, dich bei der einen oder anderen Veranstaltung zu sehen.

Trans Liberation Now!

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